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Rezension: Handyspiel „Wer ist Bilal?“

Anfang 2026 wurde das neue immersive Spiel für das Handy von der Staatskanzlei und dem Verfassungsschutz NRW rausgebracht. Wir haben das Spiel getestet und möchten unsere ehrliche Meinung mit euch, liebe Leserinnen und Leser, teilen.

In dem Spiel, das der Benutzeroberfläche eines Smartphones nachempfunden ist, gibt es Social-Media-Kanäle, Chaträume und sogar eine „Boogle“-Suchmaschine, um Informationen sammeln zu können. Das Spiel beginnt mit der Erstellung eines eigenen Charakters. Es gibt eine kleine Auswahl an Bildmaterial, wodurch wir unseren Handybildschirm und unseren Social-Media-Account individuell gestalten können. Zusätzlich wählen wir auch eine Stimme, die für uns spricht, denn neben einfachen Chatfunktionen, gibt es auch Anrufe und Sprachnachrichten, die dem Spieler oder der Spielerin im Laufe des Spiels immer wieder begegnen werden.

Zu Beginn werden wir als Freund*in von Finn alias Bilal von dessen Mutter kontaktiert, die sich Sorgen um ihren Sohn macht und nicht weiß, wo dieser steckt. Und hier beginnt unsere detektivische Spurensuche nach dem Verbleib Bilals.

Im Laufe des Spiels werden wir mit unterschiedlichsten Charakteren konfrontiert, die uns im besten Fall näher an unser Ziel heranführen. Diese Charaktere zeichnen sich auch durch ihren eigenen individuellen Sprachstil aus, was dem Spiel eine gewisse Authentizität verleiht. Das Gameplay wechselt regelmäßig zwischen Chatfunktionen, in denen dem Spieler oder der Spielerin mehrere Antworten zur Auswahl stehen und Videoanrufen, die u.a. dazu dienen, die Umgebungen zu erforschen und mit Hilfe einer Screenshot-Funktion Bildschirmfotos zu erstellen, die zur Lösung des Falls beitragen.

Im Verlauf knüpfen wir Kontakte zu ehemaligen Freunden und Freundinnen von Finn/Bilal und erfahren etwas über seine Veränderung und seine Ansichten. Wir tauchen ein in Social-Media-Aktivitäten einer fragwürdigen Gruppierung, indem immer mehr Aufgabenstellungen in unserem „Notizblock“ auftauchen, die es zu erledigen gilt und die dem Spiel einen klaren roten Faden verleihen. An manchen Stellen werden Spielerinnen und Spieler mit Symbolen und Ausdrücken konfrontiert, die mit Hilfe von „Boogle“ oder der in das Spiel integrierten Beraterin von Wegweiser erläutert werden.

Je näher wir unserem Ziel kommen, desto größer der Spannungsbogen und plötzlich kommt am Ende alles Schlag auf Schlag. Dadurch werden Spielerinnen und Spieler nochmal motiviert und tiefer in die Story hineingezogen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch die unterschiedlichsten Spielfunktionen, wie Chat, Screenshots, Social-Media-Funktionen und Sprach- und Videobotschaften ein gewisses Maß an Abwechslung in den Spielverlauf gebracht wird. Die klaren Aufgabenstellungen helfen den Spielerinnen und Spielern, ihre Aufgaben zu fokussieren. Beispielsweise werden auf den Social-Media-Kanälen auch Hobbies mittels Postings dargestellt, die dem Spiel mehr Authentizität verleihen, aber auch vom eigentlichen Ziel und Spielverlauf ablenken könnten.

Beim Spielen sollte beachtet werden, dass wir als Spieler oder Spielerin verpflichtet sind, jeden Chat abzuschließen, auch wenn uns die letzte Nachricht nicht zielführend erscheint. Tut man dies nicht, werden einige Aufgaben nicht als abgeschlossen markiert. Daher kann es sein, dass der Spieler oder Spielerin ins stocken gerät und der Spielfluss dadurch beeinträchtigt ist. Das Ende des Spiels, bei dem es plötzlich schnell geht und Spielerinnen und Spieler mit Spannung konfrontiert werden, gibt nochmal einen gewissen Kick, der für ein besonderes Spielerlebnis sorgt.

Wünschenswert wäre es, wenn das Spiel selbst ein „Multiple-endig-game“ wäre. Das heißt, dass das Ende eines Spiels davon abhängt, wie sich der Spieler oder die Spielerin im Laufe des Spiels verhalten hat, damit deutlich wird, dass unüberlegte Handlungsweisen im Spiel zu einem negativen Ende führen können.

Das Spiel eignet sich gut als Diskussionseinstieg einer Thematik mit der sich sowohl Lehrkräfte als auch Schulklassen allgemein beschäftigen sollten. Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass das Spiel als Einstieg oder Abschluss einer längeren und detaillierteren Auseinandersetzung mit dem Themenbereich „islamistischen Extremismus in Abgrenzung zur Vielfalt islamischer Lebensrealitäten“ dient und kein Ersatz dafür ist.

Es handelt sich zudem um ein Spiel, welches nur einen minimalen Teil der Arbeit der Wegweiser-Extremismusprävention darstellt. Natürlich sind die Aufgabenbereiche der Beratenden „Real Life“ weitaus komplexer.

Bei Fragen, Beratungs- oder Sensibilisierungsbedarf meldet Euch bei uns!

 Hier geht es zum Spiel.