Newsletteranmeldung

Gedenken an die Opfer von Hanau am 19.02.2026 in Bottrop

Am Donnerstag, den 19. Februar 2026, erinnern wir in Bottrop an die Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau.

Das Bündnis Buntes Bottrop organisiert hierzu eine Gedenkkundgebung. Sie beginnt um 18:00 Uhr auf dem Altmarkt (vor Tchibo) und wird anschließend mit einem gemeinsamen Zug zum Rathaus fortgesetzt. Weitere Informationen zur Gedenkkundgebung findet ihr auf der Webseite vom Bündnis Buntes Bottrop .

Hintergrund:

Am 19. Februar 2020 wurde Hanau zum Ort einer Tat, die Deutschland erschütterte und bis heute nachwirkt. Ein rechtsextremer Attentäter ermordete aus rassistischen Beweggründen neun junge Menschen. Neun ausgelöschte Lebenswege. Neun Geschichten, die nicht weitererzählt werden konnten. Neun Familien, deren Alltag in einem einzigen Abend unwiderruflich zerbrach. Danach tötete der Täter seine Mutter und schließlich sich selbst.

Die Schüsse fielen an Orten, die für Gemeinschaft und Unbeschwertheit standen – in Shisha-Bars, in Treffpunkten, in Räumen, die sonst von Gesprächen, Lachen und Musik erfüllt waren. Es war ein gewöhnlicher Mittwochabend. Menschen wollten Zeit miteinander verbringen, abschalten, sich begegnen. Niemand rechnete damit, dass fanatischer Hass diese Normalität zerstören würde.

Die Ermordeten dürfen nicht zu einer bloßen Zahl werden:
Gökhan Gültekin. Sedat Gürbüz. Said Nesar Hashemi. Mercedes Kierpacz. Hamza Kurtović. Ferhat Unvar. Fatih Saraçoğlu. Vili Viorel Păun. Kaloyan Velkov.Hinter jedem Namen stand ein Mensch mit Hoffnungen und Zukunftsplänen. Sie waren geliebte Söhne, Brüder, Freunde. Einige von ihnen standen noch ganz am Anfang ihres Erwachsenwerdens. Ihr Leben war voller Möglichkeiten.

Diese Tat war kein isoliertes Ereignis. Sie entsprang einer Ideologie, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft abwertet und entmenschlicht. Sie richtete sich gegen das Fundament einer pluralen Gesellschaft – gegen das Zusammenleben unterschiedlicher Biografien, Kulturen und Geschichten. Gegen die Überzeugung, dass Würde und Wert eines Menschen unantastbar sind und nichts mit seiner Herkunft zu tun haben.

Nicht zuletzt ist Rassismus einer der Radikalisierungsfaktoren, die u.a. eine islamistische Radikalisierung zur Folge haben können – deshalb ist für uns Wegweiser die Arbeit gegen Islamismus immer auch mit dem Engagement gegen Rassismus verbunden.